Den Wörtern auf der Spur

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Jedes Wort be-deutet etwas, deutet auf etwas hin. Das, worauf es hindeutet, ist zunächst eine bloße Gedanken­form, ein Konzept. Ein solches schließt stets bestimmte Dinge ein und andere aus. Dass die Grenzen eines Konzepts nicht so absolut gezogen werden können, wie beispielsweise die Grenzen eines Grundstücks, ist Teil unserer alltäglichen Erfahrung.

Versteht Dein Partner dasselbe unter "Liebe" wie du? Versteht er dasselbe unter "Freiheit" wie du? Nun sind dies sehr abstrakte Konzepte. Doch selbst wenn du dir einen "Baum" vorstellst – gehören dann die Wurzeln dazu oder nicht? Gehört der Austausch von Kohlendioxid und Sauerstoff, der alles Leben auf der Erde aufrecht erhält, dazu? Wo ziehst du die Grenze?

Hier geht es nicht darum, wo du oder irgendjemand die Grenze zieht. Wortbe­deutungen festzulegen ist müßig, da sie wie alle Konzepte nicht von Dauer sind. Wer wäre so töricht, im Wasser mit der bloßen Hand eine Grenze ziehen zu wollen? Und wer glaubte zudem, eine solche Grenze könnte von Dauer sein?

Wenn wir beginnen, die Gedankenformen, die hinter den Worten stehen, zu durchschauen, öffnet sich uns eine Tür. Es ist die Tür zur realen Erfahrung. In dem Moment, in dem wir voll und ganz in eine Gedankform hineingehen, löst sie sich auf. Es ist ein Spiel mit den Grenzen des Verstandes. Es ist ein Spiel, für das sich die deutsche Sprache vorzüglich eignet. Finde heraus, ob es dir Freude bereitet!